Kindle Paperwhite Jailbreak und Koreader
Mein erster eBook-Reader war ein Kindle Paperwhite. Der Erste. Erst früh genutzt, war er mir irgendwann zu langsam und zu klein, um in der Bahn zu lesen. Ersetzt wurde er, aus heutiger Sicht leider, durch einen moderneren Paperwhite. Der Alte, noch eine Zeit lang zum Lesen auf dem Balkon genutzt, landete irgendwann in einer Ecke und verstaubte da.
Irgendwann las ich von Koreader, einen Document Viewer, eigentlich für eInk-Geräte, aber auch für Android und Linux. Er sollte auf dem Kindle laufen und dabei auch noch deutlich schneller sein.
In meiner Vorstellung war das dann ganz einfach: Jailbreaken, neue Software drauf, einen schnellen Reader haben.
Hätte ich mich mal genauer informiert. Inzwischen weiß ich, dass Koreader nur als eine Art App auf dem Kindle läuft. Ist er erst mal geöffnet, dann ist er wirklich schnell und läuft flüssig, wenn man das auf einen eInk-Display so sagen kann. Ich dachte, die Kindle-Software wird komplett ersetzt. Doch stattdessen läuft ein neuer Launcher, auf dem Kindle. Erst muss dieser gestartet werden, er ist in der Kindle-Bibliothek eingeblendet, wie ein Buch, dann wird daraus Koreader gestartet. Das dauert und der alte Kindle gönnt sich dazu ein paar Sekunden. Doch dann, wenn Koreader erst mal läuft, dann geht es ab.
Die Bedienung ist semi-Intuitiv. Ich würde Koreader niemandem empfehlen, der nicht ein bisschen Technik-affin ist. Die Oberfläche ist eher wie ein Datei-Manager, als ein eBook-Reader. Darauf muss man sich einlassen.
Der Weg hierhin war auch nicht ganz so einfach, wie online berichtet. Er war eher steinig. Wie gut der Jailbreak und der Start des Launchers funktioniert, scheint vom Gerät und von der Firmware-Version abzuhängen. Bei mir lief es am Ende so ab:
Meine Firmware war zu neu für den Jailbreak. Und das bei dem alten Gerät. Deswegen musste ein Downgrade her. Dabei half mir ein Forumseintrag.
Der Jailbreak ist dran. Beschrieben ist das hier.
Nach dem Downgrade und dem Jailbreak, das geht auch in der anderen Reihenfolge, konnte dann der Kindle Unified Application Launcher (KUAL) installiert werden. Installiert ist hier zu weit gegriffen. Ein paar Dateien auf den Kindle kopieren, das trifft es eher.
KUAL startete bei mir nicht. Die Fehlermeldung: "The title is not signed by a registered developer". Die Lösung ist, man möchte fast lachen, ein Firmware-Update. Beschrieben ist das hier.
Jetzt ist Koreader dran. Auch hier wird einfach nur auf den Kindle kopiert.
Koreader war also auf dem Kindle. KUAL habe ich gestartet, das klappte mal mehr, mal weniger. Auch Koreader, gestartet aus KUAL, lief recht instabil. Immer wieder stürzte was ab und ich war auf dem Bildschirm der Kindle-Bibliothek.
Dazu stellte ich fest, dass der Kindle nicht mehr als Speicher am USB-Kabel auf dem Rechner zur Verfügung stand und das Einstellungen-Menü war ausgegraut. Schuld war wohl der Demo-Modus, der im 1. Schritt aktiviert wird.
Über die Suchleiste gab ich ;demo ein und setzte das Gerät über "Resell Device" zurück. So sah es am Ende wieder aus, wie ein Kindle, frisch aus der Verpackung. Allerdings war der Jailbreak noch vorhanden. Das Gerät wieder über USB am Rechner verfügbar und in die Einstellungen kam auch auch wieder. Also KUAL und Koreader wieder drauf kopiert und siehe da, es läuft. Bestens sogar.
Naja, wenn KUAL und Koreader erst mal gestartet sind, dann läuft es. Und das Lesen geht wieder fix. Bücher können einfach über USB, wie bei jedem anderen Speicher, kopiert werden oder per Calibre übertragen werden.
Was ich noch nicht ausprobiert habe: Bücher kabellos per Calibre übertragen. Koreader kann über einen Server, auch selbst, per Docker gehostet oder auf der Nextcloud, den Lesestand mit anderen Geräten, auf denen Koreader läuft, synchronisiert werden. Und es gibt noch viele andere Plugins.